Offenbarungs-App ... von Gott per whatsapp
Gott schreibt:
Der Schöpfungsbericht des Alten Testaments ist eine SPAM !! Anbei das Bibelupdate Genesis 2.0 als Gratis-Download.
Mit freundlichen Grüßen
Euer Allmächtiger.
 
Paradies2
Am Anfang sprach der Herr „Es werde
jetzt ein Planet, den nenn ich Erde.“
Den tat er wunderbar verzieren,
mit Bergen, Seen, Pflanzen, Tieren,
mit Abendrot und Morgentau ...
und für die Bayern Himmelsblau.
Am sechsten Tag war’s Werk vollbracht,
doch hat er krass an Fehler g’macht.
Er wollt die Schöpfung noch edel verschönen
Und dacht, sie mit einem Menschen zu krönen.
Er haucht dem Wesen Leben ein,
und sagt: „Du sollst der Adam sein,
hast jetzt a Paradies, so seh es ich
garantiert ganz Bio und allein nur für dich,
von hier bis in den letzten Winkel,
ist all’s umsonst, is all‘s all-inkl,
nur eins, des darfst du nie vergessen;
darfst nie von diesem Baum dort essen!“
Dem Adam ist der Baum eh Wurscht,
er braucht a Weißbier gegern Durscht.
Um seine Leber zu verlinken,
dient auch, das Wei’b sich schön zu trinken,
nachdem erschallte bald sein Ruf,
schon lang, bevor der Gott es schuf.
Was nützte Adam, wenn er rauschig,
doch ohne Weib wurd‘s Bett nicht flauschig,
drum musste Gott sehr bald schon raffen ...
es galt, für ihn, das Weib zu schaffen.
Die Rippe, die er dann entnahm,
formt Brüste, Hintern und die Scham,
er gab ihr eine reine Lunge,
doch leider auch des Weibes Zunge,
die schaltet Gott denn schließlich scharf,
daher rührt Redeflussbedarf,
geschaltet vor und nach der Speisung,
dem Mann bleibt nur die Fraun’s-Lobpreisung!
Gott spricht: „Dies Weib will ich dir schenken,
kannst deinen Body jetzt verrenken.
Eva, so soll ihr Name sein,
auf ewig sei die Trutsch’n dein.
Das Weib kriegt ein Geschenk dazu,
dass sie all’s besser weiß als du.“
Das Paar lebt ohne Stress und Streit
für eine kleine Ewigkeit,
ganz glücklich wird die Eva nie,
es knistert in der Harmonie,
denn sie tat halt zu gern mal schaun,
was so speziell an jenem Baum.
Geht hin und wartet dort nicht lange,
da kommt ein Tier, die Brillenschlange:
„Ja hallo Eva, grüß die Gott,
möchst raus aus deinem Alltagstrott,
schau her, die Äpfel sein so rot,
und heut im Sonderangebot.“
Der Adam kommt dann auch dazu,
und spricht: „Die Äpfel sind tabu.“
Eva sagt: „Gib du a' Ruh,
und horch erst mal der Schlange zu.“
„Was wollt’s ihr denn im Paradies,
wo net amal a Fernseh iis!
Kein Internet, koi Sat-Anlage,
des is doch lätschert, keine Frage,
es gibt da draußen bess're Kracher -
zum Beispiel gibt es SEITENBACHER!
Warum is Gott gar so versessen,
dass ihr net sollt vom Baum dort essen,
weil, beißt du in den Apfel nei,
dann wirst du selber göttlich sei,
ja, du wirst Gott, wenn‘s ich dir sog,
das Paradies is analog,
doch drauß - da ist es digital!“
Und so ... kommt es zum Sündenfall.
Dann beißt er rein, und zwar gescheit,
dass war der erste Kilobyte.
Und schon steht er im Gottesland,
mit einem Smartphone in der Hand.
Die Augen wer’n ihm aufgetan,
verblüfft schaut er die Eva an.
„Du bist ja nackert, zieh a G’wand oh,
am besten b’stellst es bei Zalando!“
Und dann geht alles furchtbar schnell,
der Herr erscheint auf dem Display,
„Warum seid ihr nur so vermessen,
verboten von dem Baum zu essen.
Seid’s selber Schuld, etz habst es G’schieß –
Jetzt raus aus meinem Paradies!
Die Sünde kommt euch jetzt sehr teuer,
da draußen zahlt ihr Kirchensteuer.“
Der Umzug voller Schuld und Qual,
zu jener Welt, die digital,
total vernetzt, im world-web frei
bestimmt sie digital das „(e)i“,
iPos, iPhone und iPad Net,
und Einerlei im Internet
am Himmel oben die iCloud,
a (E)igenheim wird auch noch baut
und eiderdaus es nach sich zieht,
das Eva jetzt an (E)isprung kriegt.
Die Großfamilie wächst heran,
macht sich die Erde untertan,
ein Fernseh‘ kommt in jedes Zimmer,
und Langeweile kennt man nimmer.
Das Entertainment, is jetzt g’wieß,
viel besser als im Paradies,
nur stellt sich auch die Gretchenfrage:
Warum heißt das nun "SAT-AN"lage?
Ungebremst geht’s immer weiter,
höher, schneller, tiefer, breiter,
optimierter und bequemer,
immer geiler und extremer,
schöner, schärfer, besser, größer,
immer reicher, luxuriöse,
gieriger, globalisierter,
digitaler, programmierter,
mit Kilo kommst du nicht mehr weit,
jetzt brauchst du Giga-, Terrabyte.
schon passt des Adams Hirn mit Grips,
auf winzig kleine Mikrochips.
Jetzt hat er 100.000 Apps
und sucht das Glück mit Google Maps,
und glaubt an Doktor Oetkers Mist,
dass Glück dort wohnt, wo Pudding ist,
und Freunde gibt’s per Fatzebuch ...
das spart so manchen Hausbesuch.
Rastlos served er umanand,
der Bildschirm ist sein Tellerrand.
Die Schlange steckt auch unverhofft,
mal im System von Microsoft,
in Google und in Zuckerberg,
steckt Wahrheit, die man nie erfährt.
Drum die Moral von der Geschicht,
beiß nie in jenen Aple nicht,
denn schon durch einen kleinen Bissen,
da ward das Paradies verschissen
und Menschen werden hier und jetzt
vom digitalen Geist gehetzt,
von früh bis in die Nacht sehr spät
mit Dateninfos übersät,
die Flatrate heißt nicht Garten Eden,
der Zorn der Bytes, der trifft bald jeden.

 

Paradies

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