Weihnachts-Schmaus 2019 (pro Zeile 1 kg CO2)

Das G’wissen hat an mir genagt,
drum die Greta ich gefragt:


„Wird es die Umwelt gar belasten,
wenn Menschen durch das Kaufhaus hasten,
anstelle in des Netzes Gängen,
sich durch die Datengassen zwängen,
um denn beim Kaufrausch auszuticken
und lässt per DHL es schicken?“

Doch Greta hat’s nicht mitbekommen,
zu dieser Zeit ist sie geschwommen,
Atlantik und dann gradeaus –
bis Ostern ist sie erst zu Haus.

Jetzt hab‘ ich mich für unsre Welt,
ganz umwelttechnisch eingestellt,
und lebe ohne Klimaleid
so wie in guter alter Zeit.

Das Handy, das ich mir geborgt,
hab ich als Sondermüll entsorgt,
mein W-Lan war noch nicht veraltet,
ich hab es dennoch abgeschaltet.

Den Diesel, so ich will’s erwähnen,
verkaufte ich an die Rumänen,
die Kälber, die am Hof voll Leid,
hab ich beim Bauern nachts befreit,
ich weiß genau, es klingt vermessen,
die kann man jetzt schon nicht mehr essen.

Danach hab ich, so es vergammelt,
viel Holz aus meinem Wald gesammelt,
zum Ofen hab ich es geführt,
doch hab ich es nicht angeschürt.
Den Feinstaub, ja, ich will mich beugen,
werd‘ ich nun nimmerdar erzeugen,
schon letzte Nacht tat ich’s probieren,
wie ehrhaft ist es zu erfrieren.

Zucchini gibt’s als Weihnachtssuppe,
ein Gänsebraten ist mir schnuppe,
fortan leb ich nun voll vegan,
und schaff kein Stückchen Fleisch mir an.
Trotz lockender Gelegenheiten,
auch Entenbrust tat ich vermeiden;
ich esse jetzt von früh bis spat -
vom Acker nur den Feldsalat.

Beim Schenken hab ich mich verhaspelt,
und einen Weihnachtsstern gebastelt,
der ist mir allerdings misslungen,
der Daimler-Stern ist eingesprungen,
den hab ich einem SUFF (S.U.V) entwendet,
sodass er jetzt am Baume pendelt,
doch diesen Baum erreicht man später,
steht noch im Wald, ein Kilometer
ist jetzt die Strecke, die ich gehe,
bevor den Weihnachtsbaum ich sehe.

Auch mein Entschluss, auf jeden Fall,
ist morgen Schluss mit Vattenfall,
ich werde diese Umwelt schonen,
und platterdings mein Haus entstromen.

Ich haste jetzt in aller Schnelle,
solang der Tag mir gibt das Helle,
bei Einbruch einer schwarzen Nacht,
hab ich die Zeit im Bett verbracht,
und träume dann voll inn‘rer Brunst
von alter Zeit und deren Gunst,
als ich noch Dieselfahrer war,
die Fleischeslust sich bot mir dar,
als Japan meine Lachse fischte,
ich stündlich noch mein Handy wischte,
als Lichterketten Weihnacht zierte
und Plastikpäckchen ich noch schnürte,
da war mein Leben wie ein Tanz ...
es wuchs die CO-2 – Bilanz,
denn Menschen, die nach Wachstum streben,
die haben ein feudales Leben,
die müssen nicht mehr selber laufen,
am E-Roller lässt sich verschnaufen,
im Internet wird all’s bestellt,
was nicht gebraucht wird auf der Welt.

Wir Menschen brauchen all das nur,
um auszuplündern die Natur,
doch die Natur, die uns verspricht,
sie bräuchte gar den Menschen nicht,
die sollte sich in’s Weiß begeben,
um weiße Weihnacht zu erleben,
dann sieht das Christkind mit Genuß
im Schnee der Menschheit grauen Ruß.

So sprech zum Schluss ich heute singend:
Ach, unsre Zeit ... ist gnadenbringend!

Der letzte Satz mich wünschen läßt:
Ein Greta-krasses Weihnachtsfest !!!

swim 422546 960 720

Wer Klima-freundlich sich benimmt .... weiß, dass zum Urlaubsort man schwimmt!

 

Doch, liebe Leut, bin auch ein Sünder,
ein doppelter Moralverkünder.

Wenn ich den Weihnachtsbraten rieche,
kein Schuldgefühl ich nie nicht kriege,

die Fleischeslust ist ungebrochen,
wenn ich das Wei‘(b) dann seh beim Kochen:

A Schmortopf voller Sinnlichkeit,
auch das gehört zur Weihnachtszeit.

So ich hier feierlich verkünde:
bekenn ich mich ... zu meiner Sünde !!


Ein jeder fürcht die Sünde sehr,
daran ist nicht zu zweifeln,

doch keiner braucht die Sünde mehr,
als die, die sie verteufeln.

Und wer von euch nicht sündenfrei,
der sei in meinem Club dabei !





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